Nach der Fertigstellung meiner Doktorarbeit machte ich mich, dank der finanziellen Unterstützung von Lübecker Stiftungen, die Druckkostenzuschüsse gewährten, an die Arbeit, diese Qualifikationsarbeit umzuarbeiten zu einem Buch. Dafür war noch sehr viel Arbeit erforderlich. Das hatte ich unterschätzt. Besonders schwierig waren die Abbildungen: nur ein Bruchteil der Abbildungen der Ausgangsarbeit "Studien zu Hermen Rode" konnten aus Kostengründen in der Publikation Platz finden. Und nur eine sehr geringe Zahl davon in Farbe gedruckt werden.

Da aber Bilder für viele Fragen, die mich als Kunsthistorikerin bewegen, nicht nur Illustration, sondern Nachweis und Argument sind, viel die Auswahl sehr schwer. Die Beschaffung von druckfähigen Vorlagen und die Einholung der Abbildungsrechte brachte mich an den Rand der Verzweiflung. Wie gut, dass es verständnisvolle Kollegen gibt, die im richtigen Moment eine aufmunternde Email schreiben!

Die Auflage einer wissenschaftlichen Arbeit ist erschreckend niedrig und so stellt sich leicht die Frage: wer wird das überhaupt lesen? Mir schien eine Homepage eine Möglichkeit zu sein, mit den Lesern in Kontakt zu treten. Ganz sicher finden sich Fehler in der Arbeit! Bestimmt kann man über meine Arbeit diskutieren! Wo sind die Menschen mit konträren Auffassungen? Kritik und Diskussion: das ist Wissenschaft, oder?

Sind gedruckte Bücher überhaupt noch zeitgemäß? Bietet nicht eine online-Publikation weitaus mehr Möglichkeiten?

Zunächst dachte ich die Homepage als Forum, in dem meine Forschung diskutiert werden kann, deshalb versteckte ich die Adresse der Internetpräsenz in der Fußnote 999. Die Resonanz war eher mäßig - bisher. Aber das kann sich ja noch ändern!

Im Augenblick sieht es so aus, als könnte die Homepage sich noch in eine ganz andere Richtung entwickeln: als ernsthafte wissenschaftliche Internetpräsenz, vielleicht sogar zu einer virtuellen Forschungsumgebung ausgebaut werden. Es bleibt spannend.